Sommerlad sollte bleiben

FuldaWirtschaft & Arbeit15. September 2016

Die FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung bedauert die Entscheidung des Möbelhauses Sommerlad, den Standort in der Stadtregion aufzugeben. Noch in dem vor kurzen mit unserer Fraktion geführten Gespräch betonte Herr Sommerlad sein Bekenntnis zur Region. Bedauerlich ist der Umstand, dass sich die Verhandlungen zwischen Unternehmen und öffentlichen Stellen über drei Jahre hingezogen haben. Zukünftig müssen auf politischer und behördlicher Seite kürzere Entscheidungsprozesse möglich sein. Nur so kann man potentiellen Investoren zeitnahe Planungsgrundlagen liefern und Anreize für Neues schaffen.

Im Fall Sommerlad spielten mehrere Faktoren eine Rolle. Auf der einen Seite wurde von der Geschäftsleitung eine unternehmerische Entscheidung zum Ausstieg aus dem bestehenden Mietverhältnis getroffen, ohne dass ein alternativer Standort gesichert war. Diesen Umstand darf man nicht der Politik anlasten. Oder doch? Denn auf der anderen Seite wurden im Vorfeld eine Reihe von Gesprächen zwischen dem Unternehmen und politisch Handelnden geführt. In diesen Gesprächen wurde dem Unternehmer Hoffnung gemacht, man würde das Neubauprojekt schon umsetzen können. Das Vertrauen auf den Ausgang des politischen Entscheidungsprozesses wurde enttäuscht.

Leidtragende sind die betroffenen Mitarbeiter, die beteiligten Kommunen, das Unternehmen Sommerlad selbst und auch die Verbraucher, weil das Angebot in unserer Region verkleinert wird. Wir als FDP-Stadtverordnetenfraktion appellieren an den Magistrat der Stadt Fulda, erneut das Gespräch mit Herrn Sommerlad zu suchen, um den Erhalt des Unternehmens in unserer Stadtregion zu ermöglichen. Dennoch bleibt für uns freie Demokraten klar, dass eine Ansiedelung von Einzelhandel auf der grünen Wiese tabu sein muss. Dies entspricht den regional-planerischen Zielen und war letztlich auch entscheidungserheblich für die erfolgte Ablehnung. Aus den strukturellen Fehlern von Kaiserwiesen und Emaillierwerk sollten wir gelernt haben. Ein interkommunales Gewerbegebiet sollte auch ein solches bleiben, nämlich ein Gebiet für Gewerbe. Wir appellieren an die beteiligten Gemeinden trotz der weggefallenen Ursache (Abweichung vom Regionalplan) an einem gemeinsamen Einzelhandelskonzept festzuhalten und somit eine Grundlage für gemeinsames Handeln in der Zukunft zu schaffen.