LENDERS zur ärztlichen Versorgung im Landkreis Fulda

12. April 2018

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Verlegung eines Facharztsitzes von Gersfeld nach Neuhof erklärt Jürgen Lenders, FDP-Landtagsabgeordneter aus Fulda:

 

„Leider wird bei der Diskussion um die Ansiedlung der Frauenarztpraxis in Neuhof nur darüber gesprochen, wie der Mangel an Ärzten irgendwie besser verwaltet werden kann, statt wirklich das Problem des Ärztemangels anzugehen. Ich will nicht, dass sich die Städte und Gemeinden auf dem Land einen Wettkampf um die letzten verbleibenden Arztpraxen liefern. Angesichts dieser Situation will die Landesregierung das Konzept der „Gemeindeschwester“ auf dem Land etablieren, während die Fachärzte in die Städte gehen. Wir akzeptieren nicht, dass Bürger in ländlichen Region von einer guten medizinischen Versorgung abgeschnitten werden. Es darf keine Zwei-Klassen-Medizin geben, nach dem Motto in der Großstadt gibt es Topversorgung und auf dem Land reicht weniger. Heute hat Minister Grüttner erklärt, dass es in Gießen künftig eine Beratungsstelle für Telemedizin geben wird, aber auch dadurch können fehlenden Ärzte auf dem Land nicht ersetzt werden.“

Lenders weiter:

„Die Diskussion zwischen Neuhof und Gersfeld ist erst der Anfang. Es wird immer schwieriger Nachfolger für Arztpraxen auf dem Land zu gewinnen. Die Probleme sind schon hundertfach beschrieben, es ist an der Zeit für Taten. Wir wollen die Zahl der Ausbildungsplätze für Ärzte an den Universitäten deutlich erhöhen. Wenn wir nicht mehr Mediziner ausbilden, dürfen wir uns auch nicht über den folgenden Mangel beschweren. Viele junge Menschen wollen ja gerne Medizin studieren, werden aber wegen zu strenger Restriktionen abgewiesen. Ich glaube, auch ein Abiturient mit einem 1,5er Schnitt kann ein sehr guter Arzt werden. In NRW haben CDU und FDP die Gründung einer neuen medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld vereinbart. Warum soll es nicht möglich sein auch in Hessen, beispielsweise an der Universität Kassel, eine medizinische Ausbildung aufzubauen, um mehr Ärzte für Nord- und Osthessen auszubilden? Unter Ärztemangel leiden schließlich auch die Krankenhäuser.“

Lenders abschließend:

„Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, sowohl in der ambulanten Versorgung, wie im Bereich der Krankenhäuser, muss endlich höchste Priorität haben. Dazu gehört es auch die teilweise unerträglichen Wartezeiten zu reduzieren und die Situation der zentralen Notaufnahmen in den Krankenhäusern zu verbessern.“