FDP zu Sparkassen-Schließungen

KreistagWirtschaft & Arbeit28. Oktober 2016

  • Schließung von neun Filialen dramatischer Einschnitt
  • Sparkasse Fulda muss in ländlichen Gemeinden präsent bleiben – nur Filialschließungen reichen nicht
  • Landkreis als Träger soll mit Sparkasse Zukunftskonzept entwickeln

mario_klotzsche-fdp-kv-fuldaFulda: Im Zusammenhang mit der von der Sparkasse Fulda angekündigten Schließung von neun Filialen im Landkreis bis Ende 2016 erklärt Mario Klotzsche, Kreis- und Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten:

„Wenn die Sparkasse Fulda von 43 Filialen im ganzen Kreisgebiet zum Jahresende neun Filialen schließt, ist das ein dramatischer Einschnitt, der uns alarmieren muss. Neben der Digitalisierung des Finanzbereiches ist der eigentliche Grund für diese Entwicklung aber die politisch gewollte Negativzinspolitik der EZB, die sich nun auch auf die Gemeinden und Ortsteile im Landkreis Fulda auswirkt. Es ist auch zu befürchten, dass es bei der Schließung von 20 Prozent aller Standorte Arbeitsplätze abgebaut werden und in Zukunft weitere Standorte auf dem Prüfstand stehen.

Die Sparkasse hat einen öffentlich-rechtlichen Auftrag und wird vom Landkreis und der Stadt Fulda getragen. Hauptzweck der Sparkassen ist laut Gesetz eben nicht die Gewinnerzielung, sondern die Sicherstellung der Versorgung mit Finanzdienstleistungen, gerade auch in ländlichen Gemeinden. Sicherlich kommen die meisten jungen Menschen mit dem Online-Banking klar, aber wer denkt eigentlich an die vielen älteren Menschen, die schon seit Jahrzehnten ihr Konto treu bei der Sparkasse geführt haben und nun vor Ort keine Mitarbeiter mehr antreffen. Oft wird darüber geredet den ländlichen Raum zu stärken, aber wenn die Sparkasse Filialen schließt passiert genau das Gegenteil. Die Ortsteile verlieren wieder ein Stück Infrastruktur. Auch bei den Öffnungszeiten hat die Sparkasse bereits kräftige Einschnitte vollzogen, so schließt sogar die Hauptfiliale am Buttermarkt in Fulda schon um 16 Uhr. Das hat mit gesteigerter Servicequalität wenig zu tun.“

Klotzsche weiter:

„Die Versorgung der ländlichen Gemeinden mit Finanzdienstleistungen gehört zu den Hauptgründen, weshalb Sparkassen überhaupt als öffentlich-rechtliche Einrichtungen entstanden sind. Das gilt auch für die Kreditvergabe an Kleinunternehmen und Mittelständler. Es reicht für die Zukunft jedenfalls nicht aus nur Filialen zu schließen. Die Sparkasse muss Antwort geben, wie sie trotz schwieriger Bedingungen ihre Präsenz in der Fläche beibehalten kann, denn genau das macht den Unterschied zu einer Privatbank aus, die nur betriebswirtschaftlich handelt. Wir werden den Landkreis Fulda auffordern sich gemeinsam mit der Sparkasse darüber Gedanken zu machen, wie die Zukunft der Sparkasse auf dem Land aussehen soll, denn schließlich ist der Landrat auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse.“