Rhöner Mühlen: Wasserkraft für die Stärkung des Ländlichen Raums

26. Juli 2020

LENDERS: Gesonderte Prüfung für jede Mühle

MdL Jürgen Lenders hat Mitte vergangener Woche in Mackenzell bei Hünfeld zwei Mühlen besichtigt. Neben ihrem traditionellen Handwerk leisten die Mühlen der Rhön durch die Gewinnung von Wasserkraft einen Beitrag zur Energiewende. Ihr Anteil an der Stromerzeugung in Hessen ist mit immerhin 3% nicht so unbedeutend wie jetzt oftmals dargestellt. Es ist daher sehr zu bedauern, dass in den letzten Jahrzehnten viele der Rhöner Mühlen aufgeben mussten.

Lenders hat sich vor Ort mit dem Verein Natur und Lebensraum Rhön e.V. auch zum Thema Mindestwassererlass ausgetauscht. Dieser Erlass aus dem grünen Umweltministerium dürfte das endgültige Aus für die Mühlen bedeuten: Bei geringen Wasserbeständen sollen Mühlen zeitweise nicht mehr betrieben werden dürfen. Erhebliche Umsatzeinbußen drohen.

Lenders kommentiert: „Den Gedanken der ökologischen Aufwertung unserer Gewässer in Hessen begrüße ich sehr. Der Erlass ist aber viel zu pauschal, um die Realität gerecht abzubilden. Ich will, dass jede Mühle einzeln geprüft wird, ob sie einen negativen Effekt auf das Ökosystem Fluss und die Fischpopulation hat. Ist dies nicht der Fall, darf es auch nicht zur Umsetzung des Erlasses kommen. Schließlich stellen Mühle und Mühlenbach selbst ein kleines und erhaltenswertes Ökosystem dar – für Biber, Libelle, Eisvogel etc. Zudem sind die Mühlgräben aktiver Hochwasserschutz und gut fürs Grundwasser. Ich bin überzeugt, dass bei genauem Hinsehen die Rhöner Mühlen als positiv im Sinne des Umweltschutzes erkannt werden.“

Der Erlass ist für Lenders aber auch wirtschaftlich fragwürdig. Nachdem die Betreiber viel Geld beispielsweise in Fischtreppen investiert haben, wird ihnen jetzt die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen. „Welcher Betrieb kann schon einen Gewinnrückgang von rund 30% verkraften? Es droht die Schließung und anschließender Verfall der Mühlen. Damit fällt aber nicht nur ein Baustein der erneuerbaren Energiegewinnung aus, sondern auch der lokalen Lebensmittelproduktion. Wenn wir aber die Regionalität fördern wollen, brauchen wir auch eine regionale Produktion von Lebensmitteln- und damit neben Molkereien, Schlachthöfe, Sägewerke auch die Mühlen. Die Formel ist einfach: Ohne Wasserkraft keine Mühlen, ohne Mühlen keine regionsspezifische Wirtschaft. Und somit eine Schwächung des Ländlichen Raumes wie auch des Umweltschutzes. Der Erlass muss dringend geändert werden.“